Der Beobachter in uns

Peacock butterfly

Im täglichen Treiben verlieren wir oft den Blick fürs Wesentliche und verirren uns in den Reizen des Außens. Dabei wäre es in manchen Situationen empfehlenswerter die Perspektive zu wechseln und die Dinge von weiter weg zu betrachten, so dass wir den Fokus abwenden, raus aus dem Geschehen zur Vogelperspektive. Das hört sich einfach an, ist aber in den Momenten, die uns völlig einzunehmen scheinen, schier undenkbar. Das Problem ist, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und uns in Detail verirren und die größeren Zusammenhänge nicht mehr wahrnehmen können. Dieser Blogartikel soll eine Hilfestellung geben, wie wir es schaffen können, als Beobachter zu fungieren, wertneutral, um die Lage aus sicherer Entfernung neu zu überdenken und zu bewerten.

Inhalt

Der Beobachter in uns

Stellen Sie sich eine Situation in ihrem Alltag vor, der sie völlig einzunehmen scheint. Sie haben eine lange To-Do-Liste für den Tag und Sie wissen gar nicht, wo Sie anfangen sollen. Da liegt der Wäscheberg in der Waschküche und wartet darauf, gewaschen zu werden. Der Kühlschrank ist leer und Sie müssen dringend einkaufen. Die Rechnungen sind zu bezahlen und das Essen steht auch noch nicht auf dem Tisch. Sie fühlen sich in diesem Moment überfordert und wissen nicht so recht, wo Sie anfangen sollen. Da schellt auch noch das Telefon und die Schwiegermutter möchte, dass Sie sich Ihren Unmut über die Nachbarin anhören. Ihnen qualmt der Kopf und Sie wissen weder ein, noch aus. Sie fühlen sich getrieben und sie lassen es zu. In diesem Moment kommen Sie nicht auf die Idee zu hinterfragen, ob Sie das Ganze überhaupt wollen. Aber genau jetzt wäre es angebracht, darüber nachzudenken.

Nun ist der Zeitpunkt nämlich gekommen, an dem Sie am liebsten eine Fernbedienung zur Hand hätten, mit der Sie die Stopp-Taste drücken können, um sich kurz zu sammeln. Schön ist es, dass wir nichts im Außen brauchen, um die Situation kurz anzuhalten und uns neu zu orientieren und auszurichten. Ich möchte Ihnen eine kleine Übung mit an die Hand geben, die Ihnen die Möglichkeit gibt, als Beobachter die Dinge zu betrachten, um wieder handlungsfähig zu werden.

Coin operated binoculars, Lake Louise, Alberta, Canada

Die Beobachterposition

Während stressigen Situationen befinden Sie sich mit Ihrer Aufmerksamkeit mitten im Strudel der Tatsachen. Ihr Fokus liegt auf dem Geschehen. Nennen wir dies die Ausgangssituation. Es geht nun darum, aus dieser Ausgangssituation hin zur Beobachterperspektive zu gelangen. Sozusagen die Etage zu wechseln und die Gegebenheiten von oben zu betrachten. Um dort hin zu gelangen, müssen wir diesen Ort jedoch erst einmal ausfindig machen. Dazu folgt nun hier eine kleine Anleitung, um aus der Ausgangssituation auszubrechen. Am Anfang bedarf es einer gewissen Übung, um schnell in den Beobachtermodus zu gelangen, aber mit der Zeit werden Sie in der Lage sein, wie auf Knopfdruck die Position zu wechseln. Lassen Sie sich einfach darauf ein und erlauben Sie sich zu entschleunigen.

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Es ist völlig verständlich, dass man in bestimmten Lebenssituationen die Orientierung verliert und nicht sicher weiß, wie man wieder auf einen gesunden Weg für Körper und Geist gelangt. Gerne würde ich Dich mit meinen Heilkonzepten an die Hand nehmen und dir eine Richtung zeigen, die Dir zu mehr innerer Zufriedenheit und Wohlsein verhilft.

Das Vorgehen

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und suchen Sie sich eine ruhige Ecke. Machen Sie es sich bequem, setzen oder legen Sie sich hin und schließen Sie die Augen.

Legen Sie Ihren Fokus auf Ihren Körper. Gehen Sie nun Stück für Stück, angefangen von ihren Füßen, voran. Spüren Sie wie es sich anfühlt, wenn ihre Füße die Unterlage berühren. Gehen Sie so mit Ihrer Aufmerksamkeit weiter, über die Beine, das Gesäß, hin zu ihrem Rücken zu den Schultern und Armen. Entspannen Sie die einzelnen Körperbereiche ganz bewusst und richten Sie Ihren Rücken immer weiter auf. Beenden Sie dieses Vorgehen mit Ihrem Kopf und spüren Sie, wie sich die Entspannung immer weiter in Ihrem Körper ausbreitet.

Richten Sie nun ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Atem. Beobachten Sie, wie sich ihr Brustkorb ganz automatisch hebt und senkt. Wie mit jedem Atemzug neue, sauerstoffreiche Luft in ihre Lungen strömt und wie mit jedem Ausatmen alte, verbrauchte Luft Ihren Körper verlässt. Nehmen Sie diesen Vorgang einfach wahr. Wie fühlt es sich an?

Aus dieser Wahrnehmung heraus fragen Sie sich nun: Wo befindet sich dieser Teil, der all das wahrnimmt. Finden Sie diese Beobachterposition, von wo aus Sie den Atemvorgang wertneutral zur Kenntnis nehmen und verweilen Sie nun hier. Vielleicht befindet sich dieser Teil im Bereich zwischen Ihren Augen, oder Sie orten ihn im Brustbereich. Es ist der Bereich, von wo aus Sie die Dinge urteilslos betrachten können und distanziert beäugen. In diesem Fall den Atem, wie er kommt und geht.

Wertneutral beurteilen

Aus dieser Position heraus sind Sie fähig, ohne zu interpretieren alles im Außen zu erfassen, ohne einen Wert beizumessen. Der Beobachter ist distanziert genug, die Dinge von weiter weg betrachten zu können, ohne emotional zu urteilen. Es ist ein Bereich der Ruhe und Entspannung, wo es keine Zeit gibt und die Dinge einfach nur sind. Nehmen Sie nun von dieser Position aus die Ausgangslage zur Kenntnis und begutachten Sie die Ausgangssituation, die Sie gerade noch eingenommen hat. Und nun beurteilen Sie sie neu. Völlig losgelöst und neutral. Geben Sie diesem Moment etwas Raum, sich entfalten zu können. Spüren Sie Ihr Empfinden aus Sicht dieser Beobachterposition. Wie fühlen Sie sich hier? Was denken Sie hier über all das, was Sie einzunehmen scheint? Wie sieht all das aus dieser Perspektive aus? Macht Ihre Reaktion auf die Dinge von hier aus Sinn?

Zurück ins Geschehen

Mit den erlangten Erkenntnissen machen Sie sich daraufhin wieder auf den Weg zurück. Legen Sie Ihren Fokus nun wieder auf Ihren Atem, wie er immer noch kommt und geht, ohne Ihr Zutun. Wandern Sie Stück für Stück in Ihrem Tempo Ihren Körper entlang hinab bis zu Ihren Füßen. Bewegen Sie Ihre Gliedmaßen und stehen Sie auf und laufen Sie ein paar Schritte. So kommen Sie wieder sanft in der Ausgangssituation an, mit einer neuen Sicht über die Dinge.

Diese kleine Übung können Sie jederzeit ausführen, wenn Sie mal wieder straucheln und die Tür nicht finden. Erlauben Sie sich dann, die Distanz aufzubauen und das Ganze aus der Vogelperspektive zu betrachten. Sie werden sehen, von hier oben sieht das Chaos dort unten viel kleiner aus. Und ganz wichtig: Von hier aus können Sie klar entscheiden, was Sie zulassen und was!

Marie Priebusch

Marie Priebusch

Heilarbeiterin

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Über mich

Mein Name ist Marie Priebusch. Geboren und aufgewachsen im Süden Deutschlands, verschlug es mich irgendwann in die Mitte des Landes. Hier habe ich mir den Traum einer eigenen Praxis erfüllt. Ich sehe meine Lebensaufgabe darin, Menschen unterstützend zur Seite zu stehen. Hierbei mache ich keine Unterschiede und ein jeder ist willkommen!

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